Die Ausbildung eines Hundes

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Loben kann man seinen Hund durch vielerlei Dinge.
Selbst das Sprechen mit ihm kann Lob sein. Dabei ist dem Hund völlig egal was man ihm sagt; nur auf den Ton kommt es an.
Dadurch kann es nun wieder zu Missverständnissen zwischen Mensch und Hund kommen:
Zwei Rüden an der Leine begegnen sich und bellen sich aggressiv an. Nun versucht ein Halter seinen Hund durch ständiges, liebevolles Zureden zu beruhigen.
Der Hund fühlt sich in seiner Handlung bestätigt und wird im Laufe der Zeit immer aggressiver bellen.
Deshalb:
Lob = viele Worte, liebevoller Tonfall, Leckerlies, Spiele, Streicheln
Tadel = wenig Worte, Harter Ton, Griff über den Fang
Er braucht zwei Voraussetzungen, um Sie zu verstehen.
1. Ihre Sprache (Stimme)! Gebrauchen Sie bitte für jeden Befehl immer dieselben Worte! Sprechen Sie ruhig und freundlich, schreien Sie Ihren Hund nie an! Sagen Sie nicht einmal ”Sitz!” dann wieder ”setz dich!” --- Nur so kann er immer das Geforderte richtig ausüben, denn er prägt sich dieses Wort für immer ein, besonders dann, wenn es mit etwas Angenehmen verbunden ist. Erzählen Sie Ihrem Hund auch keine Romane wie: ”Ich hab dir doch gesagt, du sollst Sitz machen, bist aber heute gar nicht lieb!” Dieser Satz wäre zu lang! Auch kann Ihr Hund diese Worte gar nicht in Einzelheiten verstehen. Auch sollten Sie jede Übung mit einem Erfolg schließen.
Klappt zum Ende eine Übung nicht, vielleicht, weil sie doch zu lange geübt hatten, so schließen Sie immer mit eine Übung ab, die Ihr Hund ganz bestimmt beherrscht, damit Sie immer die Übungen mit Erfolg abgeschlossen haben. Das bleibt mit viel Lob, guten Worten und vielleicht einem Leckerchen in guter Erinnerung. Wenn Sie mit Unwillen eine Übung abbrechen, so hat das eine negative Erinnerung bei der nächsten fälligen Übung.
2. Neben der Sprache ist Ihre Gestik von großer Bedeutung für das Verständnis Ihres Hundes! Das heißt im Klartext: Sie sagen zum Beispiel das Übungswort ”Sitz”, gleichzeitig geben Sie Hilfestellung oder später Handzeiten. So versteht der Hund Ihre Worte, die Sie immer (solange sich der Hund noch im Lernstadium befindet) mit der gleichen Gestik untermauern.
Später, wenn der Hund perfekt gehorcht, dann genügen oft nur Worte oder Handzeichen und der Hund weiß, was er machen soll.
Perfekt wird die Übung dann ausgeführt, wenn Ihr Hund den Befehl, z.B. ”Platz”, selbst dann befolgt, wenn er Sie nicht ansieht oder Ihr Handzeichen beachtet.

Ein Hund hat keinerlei Verständnis für ein demokratisches Zusammenleben. Für ihn sichert eine klare Rangfolge das Überleben. Somit kann ein Alphatier nicht nur Rechte sondern auch Pflichten haben.
Ein Alpharüde ist für die Sicherheit des Rudels verantwortlich. Er muss entscheiden ob ein fremdes Tier in der Nähe des Rudels geduldet wird oder vertrieben werden muss. Was nicht bedeutet dass das Rudel dem Alphatier im Falle eines Kampfes nicht zur Hilfe kommt.
Nur ein ausgeglichenes, selbstbewusstes und erfahrendes Tier kann die Position eines Leittieres übernehmen und vor allen Dingen den Anforderungen dieser Stellung entsprechen.
Es gibt im täglichen Zusammenleben mit dem Hund sehr viele Möglichkeiten dem Hund die Rangfolge zu demonstrieren ohne zu drastischen Zwangsmassnahmen greifen zu müssen. Nur der Mensch muss sich zu etwas zwingen.
ZUR KONSEQUENZ
Konsequenz bedeutet nicht viel mehr als sturer zu sein als der Hund.
Z.B. frisst der Mensch als Leittier zuerst; er geht zuerst durch Türen und unübersichtliche Stellen; er schützt seinen Hund und gibt ihm Sicherheit; er kennt seine Mimik und Gestik; der Mensch liegt an erhöhter Stelle um die Umgebung zu überwachen Selbst im Spiel wird immer wieder die Frage der Rangfolge erörtert.
Ein ranghohes Tier beginnt und beendet das Spiel. Im Spiel agiert es; das rangniedere Tier reagiert. Das bedeutet für mich als Mensch nach dem Spiel viel erschöpfter sein zu müssen als der Hund.
Im Spiel laufe ich vor dem Hund davon (rückwärts). Niemals laufe ich dem Hund hinterher (er übernimmt dann die agierende Rolle).
Rückwärts laufe ich um aus dem Spiel KEIN Jagdspiel werden zu lassen.
(Hunde wollen oft instinktiv Jagdspiele machen um so die Jagd zu erlernen)

Viele Wege führen nach Rom nur welcher ist der Beste

Manchen Hund kann man schon durch ein vielseitiges Stimmenspiel motivieren, andere nur durch häufiges Spiel mit einem Ball oder einem Seil.
Leckerlies sind eine andere Möglichkeit.
Bei einer Hündin war es ein Handschuh an der Hand.
Das Wichtigste ist selbst bei der Sache zu sein und den Hund zu fordern und ihn durch das Zusammenspiel von Stimme, Mimik und Gestik zu bestätigen, wenn er motiviert ist.
Die Ausbildung sollte dem Hund und gleichermaßen dem Hundehalter Spaß machen.
Durch das richtige Mischen von Lob und Tadel, dem Spiel und der Motivation; dem Klarstellen der Rangfolge, dem Nutzen der Gesten und Mimiken kann ich als Mensch mit dem Hund kommunizieren und er lebt nicht mehr nur in meiner Familie und in meinem Rudel sondern MIT in dieser.

Besseres gegenseitiges Verstehen bedeutet besseres miteinander leben.
Diese Präsentation versteht sich nicht als vollständige Bedienungsanleitung für einen Hund.
Jeder Hund ist einzigartig und es gibt Hunderte von Möglichkeiten ihn zu verstehen. Die hier erwähnten sind nur ein kleiner Teil dessen was möglich ist.
Und auch jeder ausgebildete Hund kann einmal anders als erwartet reagieren denn er ist nun mal ein Lebewesen und keine Maschine.